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Sommerzeit - Makrozeit
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Sommerzeit - Makrozeit

Kirsch- und Apfelblüte, das erste Grün an den Bäumen, die Farbtupfer auf den Wiesen und Feldern, das Summen und Brummen der Insekten - die Rückkehr der Natur kann man nicht nur mit Hilfe der eigenen Augen entdecken. Entdecken Sie die Makrofotografie für sich, lassen Sie die kleinen Dinge ganz groß erscheinen.

Selbst einfachere digitale Kompaktkameras eignen sich schon prächtig für den Einstieg in die Welt des “ganz Kleinen”, bieten sie doch beispielsweise komfortable Klappdisplays, die ein bequemes Fotografieren auch in Bodennähe erlauben. Darüberhinaus erzielen sie mit ihrem sehr kleinen Bildsensor eine große Schärfentiefe im Makrobereich, erlauben mit dem eingebauten Bildstabilisator eine scharfe, nicht verwackelte Aufnahme und bieten teilweise einen sehr guten Abbildungsmaßstab. Auf diesen Abbildungsmaßstab, angegeben als Verhältnis (1:1 z.B.), kommt es übrigens an, wie groß ein kleines Objekt auf dem Bildsensor abgebildet werden kann und nicht wie nahe man an das Objekt herangehen muss. Naheinstellgrenzen von nur wenigen Zentimetern lassen sich zwar werbewirksam vermarkten, bedeuten aber gleichzeitig, dass man mit der Kamera oder dem ausgefahrenen Objektiv einerseits das Objekt der Begierde vom guten Licht abschattet und andererseits scheue Lebewesen damit sicher vertreibt.

Setzt man eine Digitalspiegelreflexkamera (DSLR) ein, benötigt man zum ernsthaften Erschließen dieses Mikrokosmos ein zusätzliches Makroobjektiv. Diese allesamt extrem scharfen und kontrastreich abbildenden Objektive gibt es in Brennweiten von 35mm bis 200mm nicht nur von den verschiedenen Kameraherstellern wie Canon, Nikon, Sony, Olympus und Pentax, sondern auch von traditionsreichen, sogenannten Drittherstellern wie Sigma, Tamron und Tokina ab ca. 300EUR.

Die ideale Brennweite richtet sich nach den bevorzugten Motiven und dem gewünschten Abbildungsmaßstab: Kurzbrennweitige Objektive mit 35 oder 50mm Brennweite eignen sich gut für Makros von Pflanzen, großen Blüten, aber auch für Großaufnahmen von Produkten wie Schmuck und Lebensmitteln. Der Abstand von der vorderen Linse bis zum Objekt beträgt bei großen Abbildungsmaßstäben wie 1:1 aber nur noch 4-5cm. Mittlere Brennweiten von 90 bis 105mm erlauben mit 15-20cm Arbeitsabstand bei 1:1 einen recht universellen Einsatz, von kleinen Käfern angefangen bis hin zu winzigen Blütendetails, eignen sich aber darüber hinaus auch sehr gut als Portraitobjektive. Langbrennweitige Makroobjektive mit 150, 180 oder 200mm eignen sich dagegen perfekt z.B. für scheue Insekten und Tiere, da man dabei ca. 40-50cm Arbeitsabstand bei 1:1 realisieren kann.

Reicht das Geld nicht zum Kauf eines echten Makrobjektivs, gibt es aber noch preisgünstige Alternativen - beispielsweise Nahlinsen, in ihrer besseren Ausführung auch als Vorsatzachromate bezeichnet. Diese ähnlich wie Lupen aufgebauten Nahlinsen werden auf das Filtergewinde des Objektivs geschraubt - sie eignen sich damit auch gut für Kompaktkameras - und setzen die Naheinstellgrenze des Objektivs herunter.

Eine zweite Alternative für Spiegelreflexkameras sind Zwischenringe. Sie werden zwischen das Objektiv und die Kamera montiert und bewirken ähnlich wie die Nahlinsen eine Herabsetzung der Naheinstellgrenze und damit einen höheren Abbildungsmaßstab. Im Gegensatz zu den Nahlinsen kosten diese Zwischenringe aber erstens mehr Geld und “schlucken” viel Licht - 1-2 Blendenstufen, je nach Dicke der Ringe. Ähnlich wie Zwischenringe arbeitet auch das Balgengerät, das aber durch den verstellbaren Auszug des Balgens wesentlich flexibler ist. Ein gutes Stativ und ein überaus träges Objekt ist beim Balgengerät aber zwingend notwendig…

Als dritte, besonders für sehr große Abbildungsmaßstäbe geeignete Alternative kann man die sogenannten “Retroadapter” (Umkehrringe) verwenden. Damit können z.B. die einfachen Kitobjektive der DSLRs in Weitwinkelstellung umgekehrt an die Kameras angesetzt werden. Natürlich ist dann kein Autofokus mehr möglich, das Arbeiten kann ziemlich beschwerlich werden.

Allen Beschwerlichkeiten bei der Aufnahme zum Trotz werden Sie das Betrachten der Ergebnisse aber immer wieder genießen - und fasziniert immer wieder über die kleinen,pfiffigen Details der Natur staunen.